Bestandsaufnahme
der pädagogischen Alltagssituationen in Kita, Hort und Kindertagespflege

Eine niedrigschwellige Übung zur Orientierung: Was läuft gut – und wo braucht es Veränderung?

Worum geht es?

Die folgende Übung dient dazu, eine Bestandsaufnahme (auch: Ist-Stand-Analyse) zu einer pädagogischen Alltagssituation durchzuführen. Grundlage ist der Brandenburgische Bildungsplan, der pädagogische Alltagssituationen in den Vordergrund der Bildungsarbeit stellt.

Bei dieser Variante soll ein niedrigschwelliger Zugang geschaffen werden, um Abläufe sowie pädagogisches Handeln in Alltagssituationen zu reflektieren. Das ist eine großartige Methode, um Veränderungsprozesse anzustoßen.

Ich nutze diese Übung gern mit Teams. Sie kann jedoch auch allein zur Selbsteinschätzung verwendet werden.

Ziele der Übung sind:

  • Sie erhalten Orientierung und Handlungssicherheit darin, welches Verhalten Kindern gegenüber grenzverletzend ist.
  • Sie erstellen im Team eine Bestandsaufnahme zur Situation, die ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Sprache schafft.
  • Sie erkennen Veränderungsbedarfe.
  • Sie würdigen gelungene Verhaltensweisen und -muster im Team.

Dauer: ca. 15–25 Minuten

Vorbereitung

Vor dieser Methode gebe ich meist – nach einem kurzen Einstieg ins Thema – einen fachlichen Input zur jeweiligen Schlüsselsituation: Gibt es neue Erkenntnisse, die für diese Situation relevant sind? Wie ist das Thema aus kinderrechtlicher Perspektive einzuordnen? Gibt es Glaubenssätze, die Druck erzeugen?

Im Anschluss gibt es Raum für Austausch: Eigene Glaubenssätze können kritisch hinterfragt und biografische Erfahrungen reflektiert werden – und selbstverständlich haben auch Widerstände und Unsicherheiten rund um das Thema Platz. Widersprüche dürfen in dieser Phase bestehen. Es geht zu diesem Zeitpunkt noch nicht darum, einstimmige Teamentscheidungen zu treffen. Entscheidend ist vielmehr, dass ein vertrauensvoller Umgang entsteht und alle Beteiligten spüren, dass sie frei sprechen können.

Rahmen für die Übung

Wichtig ist, dass Sie oder Ihre Kolleginnen im Team auf Rechtfertigungen, Bewertungen oder gar Verurteilungen verzichten. Es geht um eine reine Bestandsaufnahme – nicht darum, Gründe für eigenes Verhalten oder das Verhalten von Kolleginnen zu sammeln.

Falls Ihrem Team das schwerfällt, können Sie die einzelnen Sätze auch separat ausdrucken und die Teammitglieder bitten, anonym auf der Rückseite einen grünen, gelben oder roten Punkt zu kleben.

Feiern Sie unbedingt auch Punkte, mit denen Sie bereits sehr zufrieden sind, und wertschätzen Sie einander dafür!

Wie können wir die Übung als Team nutzen?

Die Vorsicht-Abschnitte enthalten Sätze zu zu vermeidendem Verhalten in der jeweiligen Alltagssituation.

  • Wenn Sie dieses Verhalten immer vermeiden, setzen Sie den Punkt auf grün.
  • Wenn das zu vermeidende Verhalten teilweise oder in abgewandelter Form im Team vorkommt, setzen Sie den Punkt auf gelb.
  • Wenn das zu vermeidende Verhalten gängige Praxis in Ihrem Team ist, setzen Sie den Punkt auf rot.

Sie können die Übung im Team auf zwei Arten nutzen:

  1. Einzeln ausfüllen, dann gemeinsam auswerten: Jede Person füllt die Einschätzung zunächst für sich allein aus. Anschließend werten Sie gemeinsam aus. Wichtig: Wird ein Punkt von mindestens einer Person gelb eingeschätzt, gilt er in der gemeinsamen Auswertung als gelb – auch wenn alle anderen ihn grün markiert haben.
  2. Gemeinsam einschätzen und markieren: Sie nehmen die Einschätzung gemeinsam vor und markieren die Punkte nacheinander. Wichtig ist dabei, im Konsens zu entscheiden: Das heißt, alle einigen sich einstimmig auf den größten gemeinsamen Nenner.

Besprechen Sie im Team Unklarheiten dazu, wie einzelne Sätze gemeint sein könnten. Wenn Sie unsicher sind, legen Sie sich gemeinsam auf eine plausible Auslegung fest. So schaffen Sie eine teaminterne Bedeutung, an der Sie sich orientieren können. Notieren Sie Ihre eigene Formulierung.

Wie geht es dann weiter?

Start in den Veränderungsprozess

Die Punkte, die Sie im Team ehrlich und einstimmig grün markiert haben, können Sie direkt unter der jeweiligen Alltagssituation in Ihr Konzept übernehmen. Wenn einzelne Punkte zunächst unklar waren und Sie ihnen gemeinsam eine Bedeutung gegeben haben, umso besser: Notieren Sie diese teaminterne Bedeutung.

Wenn das Ziel des Tages war, einen Veränderungsprozess zur ausgewählten pädagogischen Alltagssituation zu starten, folgt als nächster Schritt das Sammeln von Handlungsmöglichkeiten: Was könnten wir tun? Was könnten wir ausprobieren?

Beteiligung der Kinder

Wenn Sie als Team auf diese Weise sensibilisiert sind, beziehen Sie unbedingt auch die Kinder in den Prozess ein. Fragen Sie die Kinder, wie sie bestimmte Situationen und Abläufe wahrnehmen und was sie sich anders wünschen. Anregungen dazu finden Sie in den Kapiteln „Kinderkreise moderieren“ (ab Seite 114) und „Regeln aushandeln“ (ab Seite 124) des Brandenburgischen Bildungsplans.

Wenn Sie und die Kinder mit der Veränderung zufrieden sind und Sie diese als Team fest verankern möchten, schreiben Sie die neue Vorgehensweise konkret unter der jeweiligen Alltagssituation in Ihr Konzept und verabschieden Sie den neuen Abschnitt gemeinsam.

Rote Ampel mit Herz-Symbol; davor grüne Blätter
Image by pauletta2004 from Pixabay

Zur Übung

Hinweis: Ihre Eingaben werden (optional) im Browser gespeichert (Local Storage), damit Sie später weitermachen können. Datenschutz: Bitte nur anonymisierte Fallskizzen (keine Namen/identifizierenden Details). Bei Unsicherheit Speichern vermeiden bzw. Browserdaten/Local Storage löschen.

Bestandsaufnahme

Wie läuft es bei uns? - Start in den Veränderungsprozess einer Alltagssituation

Rahmendaten

Ampel-Logik

Achtung: Doppelte Verneinung!

Grün = Machen wir immer · Gelb = teilweise · Rot = Machen wir nie.

Grün: 0 Gelb: 0 Rot: 0 Offen: 7

Team-Notizen (optional)

Ergebnis & PDF

Hier seht ihr eine Zusammenfassung. Mit „PDF erstellen“ öffnet sich der Druckdialog (als PDF speichern).

Auswahl

Status

Grün: 0 Gelb: 0 Rot: 0 Offen: 0