Wie ich zu Creative Commons gekommen bin
Es gibt Momente, die einen innehalten lassen.
Eine Kollegin fragt nach meinen Folien. Sie bekommt sie – mit der Bitte, meinen Namen bei der Nutzung anzugeben. Auf einer gemeinsamen Veranstaltung erkenne ich meine Folien in ihrer Präsentation wieder: Der Inhalt ist leicht gekürzt, mein Name ist nicht mehr angegeben.
Ich begleite ein Team bei der Entwicklung eines Kinderschutzkonzepts. Als Grundlage dienen selbst geschriebene Textbausteine – zum Streichen, Umformulieren, Neuschreiben. Hauptsache, das Team kann sich am Ende mit dem Ergebnis identifizieren und etwas Eigenes daraus machen.
Ein halbes Jahr später, in einer anderen Kita desselben Trägers, legt die Leitung eine „Trägervorgabe“ auf den Tisch. Ich erkenne meine Textbausteine ganz eindeutig: dieselben Formulierungen, dieselbe Reihenfolge, leicht umgeschrieben, als Spiegelstriche statt als Fließtext. Mein Name steht nicht dabei.
Ich spüre Enttäuschung. Ärger. Sorge. Und frage mich: Warum empfinde ich so? Worum geht es mir eigentlich?
Diese Ereignisse habe ich zum Anlass genommen, mich intensiv mit Urheberrecht, Quellenangaben, Plagiaten, Zitaten und Creative Commons auseinanderzusetzen. Dabei komme ich für mich persönlich zu folgendem Schluss:
Meine Methoden und Aufbereitungen sind Werkzeuge. Das eigentliche Ziel ist, dass Kinderrechte in der Praxis ankommen. Die Teams, die ich begleite, sollen damit tragfähige und verbindliche Konzepte entwickeln können, die eine Bereicherung für alle Beteiligten. Ich wünsche mir, dass dieses Ziel so viele Teams wie möglich erreicht.
Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, meine Materialien und Methoden kostenfrei unter Creative Commons BY-NC 4.0 zu veröffentlichen. Das bedeutet: Sie dürfen die Materialien nutzen, teilen und bearbeiten. Machen Sie das Beste für Ihr Team daraus. Die einzigen Bedingungen sind:
- Keine kommerzielle Nutzung (Ausnahme: Kolleg*innen im Kinderschutz dürfen die Materialien und Methoden über den individuellen CC+-Zusatz – die sogenannte „Teaching Exception“ – in entgeltlichen Fortbildungen und in der Lehre nutzen.)
- Nennen Sie die Quelle und die Urheberin.
Die Materialien auf dieser Seite sind dazu da, genutzt zu werden – von Teams, Leitungen, Fachberatungen, Fachkräften, Studierenden, Eltern…
von allen, die Kinderschutz in der Praxis voranbringen wollen.
Die einzige Bitte: Lassen Sie sichtbar, wo es herkommt.
Derzeit schreibe ich ein Buch über mein Fortbildungskonzept, das Kinderschutz, die Kinderstube der Demokratie und den Brandenburgischen Bildungsplan miteinander verbindet. Sobald es veröffentlicht ist, stelle ich gerne weitere Materialien bereit.
Weitere Informationen zur Lizenz CC BY-NC 4.0 finden Sie hier: Lizenztext · Verständliche Zusammenfassung · Materialien & Methoden
Ich hoffe, es nützt möglichst vielen!
